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Klappstuhl meets Morricone

Mit einem fulminanten „Klappstuhlkonzert“ verabschiedete sich das Aktive Orchester des Musikvereins Wolfschlugen letzten Donnerstag von der Corona- in die Sommerpause.


Wie alle musiktreibenden Vereine traf der Lockdown Mitte März auch den Musikverein Wolfschlugen hart. Die Vorbereitungen für das Frühjahrskonzert am 28. März waren in vollem Gange, das Programm war einstudiert – da machte Corona den Verantwortlichen einen Strich durch die Rechnung und das Konzert, das unter dem Motto „Spanien“ stehen sollte, musste abgesagt werden. Auch die geplante Konzertreise zur befreundeten Musikgesellschaft Münchenbuchsee in die Schweiz im April und die traditionelle Schöllhauhocketse am Vatertag konnten Corona bedingt nicht stattfinden.


Doch die Musikerinnen und Musiker blieben nicht untätig: Unter strenger Einhaltung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln wurde für die Freunde in Münchenbuchsee eine musikalische Video-Grußbotschaft aufgenommen und der Musikverein beteiligte sich mit einem von Alexandra Syska zusammengestellten Video an der „Clopapier-Challenge“.


Um die treuen Hocketse Besucher auch am Vatertag 2020 trotz Corona mit leckerem Grillgut, Wurzelbrot und Guibinger Bier versorgen zu können, wurde kurzerhand eine „Schöllhau-Ersatz-Hocketse“ organisiert: Auf Vorbestellung konnten am Vatertag an einem „Drive-in-Schalter“ auf dem Schulhof Fleisch, Wurst, Wurzelbrot und Bier erworben oder der Lieferdienst in Anspruch genommen werden, um zuhause im Kreise der Familie die eigene Hocketse zu veranstalten. Dieses Angebot wurde von vielen Mitgliedern und Freunden des Musikvereins aus nah und fern gerne angenommen. Ein herzliches Dankeschön nochmals an die Metzgerei Knapp, den Gässlebäck und die  Brauerei Hilsenbeck, die diese Aktion mitgemacht und überhaupt ermöglicht haben.


Bei allen Aktivitäten fehlte doch das gemeinsame Musizieren und so war die Freude groß, als Ende Juni die Beschränkungen gelockert wurden und die Gemeinde-verwaltung dem Musikverein die Festhalle als Probelokal zur Verfügung stellte, so dass nicht nur in kleinen Gruppen sondern mit dem kompletten Orchester unter Einhaltung des Mindestabstandes wieder mit der Probearbeit begonnen werden konnte. 


In nur 4 Wochen stellte Dirigent Rainer Schollenberger ein abwechslungsreiches und unterhaltsames Programm für ein „Klappstuhlkonzert“ zusammen.


Pünktlich zum Ferienbeginn fand dieses am 30. Juli auf dem Alten Friedhof in Wolfschlugen – einer wunderschönen Parkanlage, die selbst einigen Musikerinnen und Musikern bis dahin verborgen geblieben war – statt. Unter Einhaltung der mittlerweile schon in Fleisch und Blut übergegangenen Hygiene- und Abstandsregeln konnten 228 Besucher, die zum Großteil ihre eigenen Klappstühle mitgebracht hatten, an einem wunderschön lauen Sommerabend ein gut einstündiges Konzertprogramm genießen.


Dieses wurde mit dem „Rainer Marsch“ eröffnet. Entgegen anderslautender Gerüchte handelt es sich hier nicht um einen zu Ehren des Dirigenten Rainer Schollenberger komponierten Marsch sondern um einen Salzburger Traditionsmarsch des K.u.k. Infanterie Regiments Nr. 59 Erzherzog Rainer.


Die lange Corona Pause kam den Funktionären und Aktiven des Musikvereins trotz diverser Aktivitäten vor wie „Ein halbes Jahrhundert“ – so die Polka, die dem Publikum als nächstes zu Gehör gebracht wurde.


Mit „Moments for Morricone“ gedachte man dem kürzlich verstorbenen Komponisten Ennio Morricone, dem unvergessliche und weltbekannte Melodien zu Filmen wie „Spiel mir das Lied vom Tod“ oder „Zwei glorreiche Halunken“  zu  verdanken sind.


Beim „Second Waltz“ von Dimitri Shostakovitch – bekannt geworden vor allem durch André Rieu – luden die Solistinnen Brigitte Holzer, Angelika Müller und Alexandra Syska mit Saxophon und Posaune zum Mitschunkeln ein.


Wenn man jahre- oder sogar jahrzehntelang gemeinsam musiziert, entstehen natürlich auch Freundschaften – so die beiden Vorstandsmitglieder Sandra Sautter und Bernd Schäfer, die mit launigen Ansagen durch das Konzertprogramm führten. Für alle Freunde des Musikvereins, die auch während der Coronakrise dem Verein die Treue gehalten und ihn unterstützt haben, spielte das Orchester „Von Freund zu Freund“. Eine Polka, bei der die Solisten Carina Hoss am Tenorhorn und Ralf Jachtschütz am Flügelhorn brillierten.


Wer träumt in Corona Zeiten nicht von einem Urlaub am anderen Ende der Welt – zum Beispiel in Tasmanien? Zumindest musikalisch entführte das Orchester die Zuhörer mit dem Konzertmarsch „Abel Tasman“, der dem niederländischen Seefahrer gewidmet ist, der als erster Europäer 1642 Neuseeland erreichte, dorthin.


Bei „Matrimony“ konnte das komplette Posaunenregister – Alexandra Syska, Martin Ocker, Martin Auch, Ellen Bayer und Steffen Syska – zeigen, was in ihnen bzw. in ihren Instrumenten steckt.


Passend zu den sommerlichen Temperaturen hatte Dirigent Rainer Schollenberger das Medley „Beach Boys Golden Hits“ aufgelegt. Bei bekannten Melodien wie „Barbara Ann“, „Sloop John B“ und „Surfin‘ U.S.A.“ kam nicht nur Urlaubsfeeling sondern auch Erinnerungen an die wilden 60er und 70er Jahre auf.


„Gediegener“ ging das Konzert mit dem Marsch „Kaiserin Sissi“ zu Ende. Der herzliche Applaus des Publikums und die Forderung nach einer Zugabe ließen darauf schließen, dass das Programm Anklang gefunden hatte und die Zuhörer ein kleines kulturelles Highlight in dieser nicht ganz einfachen Zeit sehr genossen haben.


Mit dem feierlichen „Highland Cathedral“ wurden die Gäste in die laue Abenddämmerung entlassen.


Der Musikverein bedankt sich ganz herzlich bei allen Helferinnen und Helfern, bei den zahlreichen Gästen, die sich äußerst diszipliniert an die Hygiene- und Abstandsregeln gehalten haben und nicht zuletzt bei der Gemeinde Wolfschlugen für die Unterstützung. Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu hören war, ist das nächste „Klappstuhlkonzert“ schon in Planung. Wir freuen uns darauf!



Kommen Sie bis dahin gesund über den Sommer!

Ihr MV Wolfschlugen


 

 

 

 

 

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